Interview zur Unternehmenskultur

In meinem Interview mit Torsten Schmidt, Geschäftsführer der Sirius-Werft Plön, eröffnete er mir, welche Haltung von ihm und seinen Führungskräften ins Unternehmen getragen wird und welchen Einfluss das auf die Situation der Mitarbeitenden und Kunden hat. Er berichtet mir von einer gelebten Unternehmenskultur.

Das gesamte Video zum Interview findest du weiter unten auf dieser Seite!

Torsten Schmidt im Interview zur Unternehmenskultur mit Jörg Friebe

Torsten Schmidt im Interview zur Unternehmenskultur mit Jörg Friebe

Wie habt ihr es geschafft, ein gutes Betriebsklima und eine entsprechende Unternehmenskultur aufzubauen?

Wir pflegen einen guten Umgangston, keine typische „Handwerkersprache“, die manchmal als verletzend empfunden werden kann. Wir bemühen uns um eine klare Kommunikation, nicht unter der Gürtellinie, wertschätzend, motivierend und vor allen Dingen nicht mobbend. Wir achten schon bei der Einstellung auf ein gutes sprachliches und kommunikatives Niveau. Wir arbeiten viel mit jungen Leuten die ein hohes Maß an Motivation mitbringen und Spaß bei der Sache haben. Dabei achten wir auf eine gute Mischung aus weiblichen und männlichen Kollegen.

 

Wie erhaltet ihr einen guten Umgangston?

Unsere Teamleiter sprechen unangemessenes Verhalten sofort an. Damit Spaß an der Arbeit bleibt, wollen wir nur so mit einander kommunizieren, wie man es auch über sich selber hören möchte. Das bedeutet für alle Teamleiter, selber Vorbild zu sein.

 

Wie gelingt es euch, neue Mitarbeiter zu gewinnen?

Mit den Bewerbern, die in die engere Wahl gekommen sind, vereinbaren wir ein Praktikum für ein oder zwei Wochen, um zu prüfen ob es passt – und zwar für beide Seiten. Noch sind wir in der glücklichen Lage eine gute Auswahl treffen zu können, denn wir gelten in unserem Bereich als einer der beliebtesten Ausbildungsplätze in Deutschland.

Die Vorauswahl erfolgt aus den Grundvoraussetzungen, die alle Bewerber erfüllen müssen. Im Praktikum müssen dann auch schon anspruchsvolle Arbeiten bewältigt werden. Außerdem achten wir darauf, dass die Praktikanten alle Abteilungen kennenlernen und beobachten dabei deren Eigenmotivation. Sind sie wirklich interessiert? Engagiert? Motiviert? Ist es das, was Sie sich selber vorgestellt haben? Fühlen Sie sich im Team wohl?

 

Was sind die wichtigsten Motivationsfaktoren bei Sirius?

Die Mitarbeiterbindung nehmen wir sehr wichtig. Für die Führungskräfte heißt das, sie müssen Vorbild sein, gute Arbeit sehen und anerkennen, die Mitarbeiter bestärken, loben und ihnen ein gutes Gefühl vermitteln. Die Motivation über das Produkt fällt uns relativ leicht, weil wir eben Traumprodukte erstellen – und daran ist jeder Mitarbeiter beteiligt. Er oder sie weiß, mein Arbeitsschritt ist wichtig, damit das Endprodukt hohe Ansprüchen erfüllt.

 

Werden dabei auch die Kunden einbezogen?

Ja, wir bringen Kunden und Mitarbeitende gerne zusammen, laden die Kunden ein, sich Zwischenergebnisse anzuschauen und stellen ihnen die Mitarbeiter vor, die für einen Arbeitsschritt zuständig waren

Die Kunden zeigen sich für diese vertrauensvolle, offene Zusammenarbeit dankbar, freuen sich über ein Spitzen-Ergebnis und bringen dies auf verschiedene Weise zum Ausdruck. Manchmal gehört es auch dazu, die beteiligten Mitarbeiter mit dem Produkt in Verbindung bringen, beispielsweise durch ein gemeinsames Segel-Event als geschenkter extra Urlaubstag.

 

Wie sorgst du für dich selber als Führungskraft bzw. als Inhaber des Unternehmens?

Ich achte darauf, einen Freiraum zu behalten, um gestalten zu können – und dies dann auch zu tun. Wenn ich mir selber eine Yacht bauen wollte, sähe sie genauso aus, wie die Produkte die wir erstellen. Das heißt ich muss mich in keiner Weise verstellen.

Wir sind auf alles stolz was wir leisten. Das bedeutet, wir haben eine hohe Produktidentifikation, weil wir vom tiefsten Herzen von unserer Arbeit überzeugt sind.

Eigentlich ist es gar keine Arbeit, sondern Spaß, was ich tue – weil es mich innerlich erfüllt. Ich mag Menschen und habe Freude an der Kommunikation – denn das ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Führung. Ich habe Freude daran zu sehen, wie die Mitarbeitenden sich (weiter)entwickeln.

 

Was für Tipps kannst du anderen Unternehmern geben, ein Unternehmen mit Sinn aufzubauen?

Wichtig ist die innere Grundhaltung: Der Unternehmer dient dem Unternehmen und den Mitarbeitenden. Seine Grundaufgabe besteht darin, den Mitarbeitern das Arbeiten und den Produktionsfluss so einfach wie möglich machen – und dazu Augen und Ohren immer offen zu halten

Dazu gehört auch, die Mitarbeitenden wirklich persönlich, auch privat wahrnehmen (Denn es sind Menschen und keine Roboter). Das Ohr bei den Mitarbeitenden haben, mitfühlen und mitdenken anstatt mich auf den Standpunkt zu stellen, ich könnte das alles alleine viel besser…

 

 

Interviewpartner

SIRIUS -WERFT GmbH
Geschäftsführer Torsten Schmidt
24306 Plön/Holstein

 

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